Markisen

Eine Markise ist das einzige Stück Sonnenschutz, das die Leute wirklich lieben. Bei einem Rollladen freut sich niemand. Über eine Markise, unter der man im August draußen sitzen kann, schon.

Ich montiere Markisen in Zirl, Innsbruck und im ganzen Umfeld. Und ich sag dir ehrlich, wenn die Stelle, an der du sie haben willst, keine gute Idee ist.

Welcher Typ passt?

Gelenkarmmarkise

Der Klassiker über der Terrasse. Zwei Arme schieben das Tuch nach vorne, keine Stützen stehen im Weg. Weil sie frei ausläuft, geht sie auch über größere Breiten. Eingefahren liegt das Tuch offen, was man optisch mag oder eben nicht.

Kassettenmarkise

Dasselbe Prinzip, aber Tuch und Arme verschwinden beim Einfahren komplett in einem Gehäuse. Kostet mehr. Dafür bleibt der Stoff sauber und trocken, und die Markise hält deutlich länger. Bei uns mit Schnee im Winter rate ich fast immer zur Kassette.

Halbkassette

Der Kompromiss dazwischen. Von oben geschützt, unten offen, günstiger als die Vollkassette.

Senkrechtmarkise

Fährt nach unten statt nach vorne, wie ein Rollo im Freien. Gut gegen die tiefstehende Abendsonne, die unter der Terrassenmarkise durchkommt. Oder als Sichtschutz am Balkon.

Fenstermarkise

Die kleine Variante direkt am Fenster, häufig an Dachfenstern. Simple Sache, im Dachgeschoss aber große Wirkung.

Reden wir über den Föhn

Das ist in Tirol der Punkt, an dem sich Markisen entscheiden.

Eine ausgefahrene Markise ist ein Segel. Bei Föhn oder einer aufziehenden Gewitterfront wirken Kräfte, gegen die keine Konstruktion der Welt hilft. Gelenkarme verbiegen, Tücher reißen, im schlimmsten Fall kommt die ganze Anlage von der Wand.

Deshalb zwei Dinge:

Erstens montiere ich motorisierte Markisen nur mit Windwächter. Der Sensor fährt automatisch ein, sobald es zu windig wird. Auch wenn niemand daheim ist. Das ist der Unterschied zwischen einer Markise, die fünfzehn Jahre hält, und einer, die einen Frühjahrsföhn nicht übersteht.

Zweitens schau ich mir die Lage an. Es gibt Terrassen, wo eine große Gelenkarmmarkise die falsche Lösung ist, weil der Wind aus der Klamm dauernd draufsteht. Dann red ich dir eher zu einer schmaleren Ausführung, zu einer Senkrechtmarkise oder zu einer festen Überdachung. Lieber vorher unbequem als nachher teuer.

Der Stoff

Beim Stoff entscheidet sich, wie lange du Freude hast.

Spinngefärbtes Acryl ist der Standard und hält Farbe über Jahre, auch bei der UV-Belastung, die wir auf 600 Metern haben. Die Tücher sind imprägniert, das heißt: Ein kurzer Regenschauer läuft ab. Bei richtigem Regen fährst du trotzdem besser ein, weil sich sonst Wasser in der Mitte sammelt und das Gewicht auf den Armen hängt.

Farben und Muster gibt's in großer Auswahl. Zwei Hinweise aus der Praxis: Helle Stoffe lassen mehr Licht durch, darunter wird's angenehm hell statt düster. Und die Farbe wirkt unter der Markise anders als auf der Musterkarte, weil das Licht durchscheint. Ich bring Muster mit, dann kannst du sie an Ort und Stelle anschauen.

Von Hand oder mit Motor

Kurbel funktioniert und kostet weniger. Bei kleinen Markisen völlig in Ordnung.

Ab drei, vier Metern Breite wird Kurbeln lästig, und das ist der Punkt, an dem viele ihre Markise nicht mehr benutzen. Was eingefahren bleibt, weil's mühsam ist, hättest du dir sparen können.

Mit Motor drückst du einen Knopf. Und nur mit Motor funktioniert der Windwächter automatisch. Das ist für mich das eigentliche Argument.

Reparatur, Tuchwechsel und Service

Die häufigste Frage am Telefon: "Ich glaub, ich brauch eine neue Markise." Die häufigste Antwort: nein, brauchst du nicht.

Das Gestell hält meistens zwanzig Jahre und länger. Was kaputtgeht, ist das Tuch. Ausgeblichen, durchgescheuert an der Falzkante, eingerissen nach einem Sturm. Ein neues Tuch auf ein intaktes Gestell kostet einen Bruchteil einer neuen Markise, und danach schaut's aus wie frisch montiert.

Was ich sonst mache:

Gelenkarme richten oder tauschen, wenn's der Wind erwischt hat. Die Federn in den Armen erneuern, wenn das Tuch nicht mehr straff steht. Motoren tauschen. Windwächter nachrüsten, auch bei bestehenden Anlagen. Und die Neigung nachjustieren, wenn sich mit den Jahren was verzogen hat.

→ Mehr zu Reparatur und Service

Was du selbst tun kannst

Nicht viel, aber das Wenige hilft.

Fahr die Markise nur trocken ein. Wenn's mal nicht anders geht, lass sie später nochmal für eine Stunde raus zum Auslüften denn feucht eingerollter Stoff wird stockig.

Einmal im Jahr mit weicher Bürste und lauwarmem Wasser drübergehen, mehr braucht das Tuch nicht. Keinen Hochdruckreiniger, der zerstört die Imprägnierung.

Und im Winter: eingefahren lassen. Schnee auf einem ausgefahrenen Tuch ist eine Kraft, mit der niemand rechnet.

Bevor der nächste Sommer kommt

Der beste Zeitpunkt für eine Markise ist der Frühling, bevor alle gleichzeitig anrufen. Im Mai und Juni wird's bei mir eng.

Telefon: +43 699 12694881
E-Mail: eLL2aqZYe@@q@Ya9FGDOG2veWVaeJ

Unterwegs in Zirl, Innsbruck, Inzing, Kematen, Völs, Telfs, Axams, Götzens und Umgebung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Markise?

Zu unterschiedlich für eine Zahl auf einer Website. Breite, Ausfall, Kassette oder nicht, Motor oder Kurbel, Montageuntergrund. Das macht enorme Unterschiede. Ich messe aus und du kriegst einen konkreten Preis.

Kann ich unter der Markise sitzen bleiben, wenn's regnet?

Bei leichtem Nieselregen ja. Bei mehr nein, dann fährst du besser ein. Wer wetterfest draußen sitzen will, braucht eine feste Überdachung, keine Markise.

Geht eine Markise auch am Balkon im Mietshaus?

Technisch meistens ja, rechtlich brauchst du die Zustimmung vom Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft. Klär das vorher, ich montiere sonst was, das wieder runter muss.

Mein Tuch ist noch gut, aber die Markise fährt nicht mehr ein. Neu kaufen?

Fast sicher nicht. Klingt nach Motor oder Steuerung. Ruf an, das schau ich mir an.

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